Der Sprung in die Traumverwirklichung

Ich bin wirklich wild entschlossen meine Träume zu verwirklichen. Jede freie Minute schraube ich irgendwie daran herum, versuche bei dem einen oder anderen Projekt einen kleinen Schritt voran zu kommen. Und es gibt sogar sichtbare Resultate. Doch trotzdem habe ich das Gefühl auf der Stelle zu treten. Meine Schritte sind einfach zu klein und die Tage vergehen zu schnell. Das Leben rast scheinbar an mir vorbei und ich krieche im Schneckentempo dahin. Wie also soll ich voran kommen? Muss ich etwas Verrücktes tun, einen Sprung in die Ungewissheit wagen, raus aus meinem gemachten Nest?

Ich fürchte die Antwort ist JA. Und ich fürchte sie wirklich, denn ich fühle mich eigentlich ganz wohl mit meinen rosa Luftschlössern und meinem nicht perfekten Leben. Oder?

Da hat sie mich wohl in ihren dünnen kalten Fingern: die Angst. Ich könnte stundenlang Ausreden erfinden und über den harmonische Fluss des Lebens philosophieren: letztendlich hab ich doch einfach nur Schiss. Vor Veränderung. Vor Versagen. Davor auf der Straße zu sitzen und alle zeigen mit dem Finger auf mich und sagen: „Ich hab´s dir doch gesagt! Wer zu hoch hinaus will, der fällt tief!“ Aber wer bestimmt denn eigentlich, was hoch und was zu hoch ist? Warum wird der eine Millionär und der andere Bettler?

Eine mögliche Antwort auf die Frage wer über Erfolg und Misserfolg bestimmt ist: Man selbst. Weil man mit allen Gedanken, Überzeugungen, Worten und Handlungen sein Leben gestaltet. Und am wichtigsten in dieser Liste scheint tatsächlich nicht das zu sein was man tut, sondern an was man glaubt. Ganz tief drinnen, vielleicht so tief, dass man es sich gar nicht richtig selbst eingesteht. Aber diese Überzeugungen leiten uns in unserem Leben und beeinflussen uns ständig – und häufig ohne dass wir uns dessen bewusst wären. Unsere Glaubenssätze machen uns aus, machen uns zu der Person die wir sind und sind die Grundlage für unsere Entscheidungen.

Es scheint mir so, als würden erfolgreiche Menschen ihren Erfolg sehr viel weniger in Frage stellen als erfolglose. Als wäre es eine Art logische Konsequenz, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen. Sie hadern weniger mit sich selbst und der Welt, sondern machen einfach. Der Erfolg gibt ihnen schließlich recht. Und sollten sie mal daneben gelangt haben, dann gibt es (evtl. nach einem kurzen Tief) bald ein neues Projekt, no risk, no fun.

Was mir letztendlich also fehlt ist das entscheidende Vertrauen. In mich. In die Welt. In das Leben. Ich darf lernen mich in Zukunft für das halb volle Glas zu entscheiden, meine Fortschritte und Erfolge zu sehen und auch zu würdigen. Darauf zu vertrauen, dass ich die richtigen Entscheidungen treffe und die richtigen Dinge passieren werden, egal, ob diese mir zunächst positiv oder negativ erscheinen. Und schließlich daran glauben, dass da draußen irgendeine Kraft ist, die auf mich auf passt und mich leitet. Mir zu flüstert was ich machen soll, wenn ich mal nicht mehr weiter weiß.

Ich mache bereits mit allen fünf Lebensträumen Fortschritte und wenn ich zurück denke, wie mein Leben noch vor eineinhalb Jahren ausgesehen hat, dann ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Mein ganzes Denken und Lebensgefühl waren komplett anders. Die Entwicklung, die ich seitdem gemacht habe, ist wunderbar und hat mich dahin gebracht, wo ich heute stehe: An dem Punkt, an dem ich mich entscheiden darf, ob meine Träume Luftschlösser bleiben sollen oder tatsächliche Ziele werden dürfen. Ich darf mich entscheiden zu springen oder alles beim Alten zu belassen. Und das nicht nur rein theoretisch, sondern als logische Konsequenz dann auch wirklich den ersten Sprung wagen- in welcher Form auch immer.

Ich bin ehrlich gesagt kein großer Freund von zu viel Dramatik in meinem Leben. Ein bisschen gegen den Strom ist erfrischend und willkommen, aber mit dem Kopf durch die Wand hat bei mir noch nie funktioniert. Es ist also nicht zu erwarten, dass ich morgen mein Hab und Gut verkaufen und ich mich auf Weltreise begeben werde. So verlockend der Gedanke auch ist, das bin einfach nicht ich. Aber ich darf jetzt anfangen aus meinem Schneckenhaus heraus zu kriechen und mir mehr zu zutrauen. Größer zu träumen. Mehr zu verwirklichen. Und daran glauben, dass mir das Leben, von dem ich träume, auch zusteht.

Es macht keinen Sinn zu warten, bis die Angst weg ist. Bis dahin können viele Chancen verpasst oder es für den einen oder anderen Traum bereits zu spät sein. Ich muss deshalb mit der Angst anfangen und auf meinem Weg lernen zu vertrauen. Genauso, wie ich es mit meinem Pferd Gin erlebt habe: noch vor einem Jahr war ich nicht sicher, ob Natural Horsemanship überhaupt unser Weg ist, und trotzdem bin ich meinem Gefühl gefolgt und habe damit angefangen – wie sich später heraus stellte mit riesigem Erfolg, denn heute sind Gin und ich ein Team und als solches bereits zum ersten Mal ganz ohne Sattel und Zügel galoppiert. Nur wir beide und unser gegenseitiges Vertrauen, das uns verbindet.

 


 

Du musst bereit sein das Leben aufzugeben,

das du gewohnt bist,

um das Leben zu haben,

von dem du immer geträumt hast.“

Autor unbekannt

Traumjaeger.net: Fliegendes Huhn

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Eine Antwort zu Der Sprung in die Traumverwirklichung

  1. DAS ATELJÖ schreibt:

    Voll schöne Gedanken und wieder voll schön geschrieben!
    Macht sehr Spaß und Mut deine Texte zu lesen :)!!! LG

    Gefällt mir

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