Wie viele Träume darf man verwirklichen?

Wenn ich mir das Leben ausmale, das ich mir wünsche, erscheint mir alles so strahlend und leicht und doch gleichzeitig unerreichbar. Dabei sind meine Ziele gar nicht so hoch gegriffen, eigentlich sogar ziemlich bodenständig. Von meiner Liebe zum Schreiben habe ich ja bereits in meinem ersten Blogbeitrag (Über pink glitzernde Möglichkeiten) berichtet. Zwei weitere Lebensträume sind zu reisen und als Pferdetrainerin zu arbeiten. Während ich mich mit meinem Pferd Gin fleißig durch das Parelli Natural Horsemanship- Programm arbeite, um mir das nötige Rüstzeug für ein Überleben in der Pferdewelt zuzulegen, steht das kleine Wörtchen „reisen“ immer etwas schüchtern im Abseits und traut sich nicht so recht mitzuspielen. Schon mehr als ein Mal habe ich mich gefragt, ob ich mich nicht irgendwann zwischen diesen beiden Träumen entscheiden muss. Ein Leben mit Pferden verlangt Konstanz und Beständigkeit und ist weit entfernt von Abenteuerlust und Weltenbummlerei. Und trotzdem würde ich am liebsten sofort aufspringen und ein Ticket buchen, wenn ich Fotos von wilder Natur und entlegenen Orten sehe. Wie also beide Träume unter einen Hut bringen?

Ich habe lange über diese Frage nach gedacht und fest gestellt, dass ich mich keineswegs entscheiden muss. Vielleicht ist die richtige Zeit für meine großen Reisen noch nicht gekommen, aber das heißt noch lange nicht, dass sich nicht irgendwann – oder auch schon bald – eine Türe dafür öffnen wird. Vielleicht werden meine Reisen auch gar nicht so gigantisch ausfallen, wie ich mir das heute aus male – und trotzdem werde ich Gelegenheit haben Erinnerungen an berührende Orte und einzigartige Begegnungen zu sammeln.

Mit der Zeit wurde mir klar, dass es hier letztendlich gar nicht wirklich um „Reisen versus Pferde“ geht, sondern um weit mehr. Es geht um die Frage: Was steht mir zu im Leben? Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich mich insgeheim frage, ob ich es überhaupt verdiene meine Träume zu erfüllen. Oder auch nur einen einzigen. Darf man so glücklich sein im Leben? Wäre das anderen gegenüber überhaupt fair?

Wenn ich heute die Generation meiner Eltern betrachte, komme ich mir teilweise ganz schön dreist vor mit meinen Wünschen und Ansprüchen ans Leben. Meine Eltern hatten bisher sicherlich ein gutes Leben und es hat ihnen kaum an etwas gemangelt, aber sie haben oft einfach funktionieren müssen und sind gar nicht auf die Idee gekommen ihr Leben großartig zu hinterfragen. Sie haben hart gearbeitet und fünf Tage pro Woche einen Job erledigt, der sie zwar nicht erfüllte, dafür aber ihre Rechnungen bezahlte und noch etwas übrig ließ – für Reisen, Luxusartikel oder die Altersvorsorge. Und mir damit den Lebensstandard ermöglicht, den ich heute gewöhnt bin. Vor diesem Hintergrund kommt mir mein Streben nach Selbstverwirklichung und Erfüllung manchmal ganz schön naiv vor.

Und dennoch glaube ich daran, dass wir alle eine Wahl haben uns frei zu entscheiden wie wir unser Leben gestalten möchten. Es ist nicht besser oder schlechter ein Leben zu wählen, in dem man entweder mehr funktionieren muss, oder mehr Raum für Selbstbestimmung lässt. Es ist okay, wenn der eine lieber pessimistisch auf das Leben blickt, und der andere lebensfroh hinein lächelt. Wir sollten uns nur klar machen, dass wir diese Wahl haben und uns ehrlich fragen, welches Leben wir leben möchten. Wie wir mit uns selbst und mit anderen Menschen umgehen, und ob wir unsere angeborenen Potenziale nutzen möchten.

Gerade hier in Deutschland sind wir wirklich in einer privilegierten Lebensausgangssituation, die uns erlaubt nahezu all unsere Träume verwirklichen zu können. Wir müssen uns nur erlauben aus unserem gewohnten, beengten Denken („Ich muss das so machen, weil das jeder so macht.“) auszubrechen und das zu sehen, was dahinter liegt: ein ganzer Ozean voller Möglichkeiten. Er ist die ganze Zeit da, egal, ob wir an ihn glauben oder nicht. Egal, ob wir die Chancen nutzen, die sich uns bieten, oder sie ungenutzt verstreichen lassen.

Ich denke letztendlich steht uns das im Leben zu, was wir uns selbst zutrauen und erlauben. Wir dürfen deshalb jetzt anfangen an das Leben zu glauben, das wir uns wünschen und uns zugestehen dieses Leben auch zu leben. Vielleicht können wir nicht alles im Leben erreichen, was wir uns wünschen, aber ich bin überzeugt davon, dass sehr viel mehr möglich ist, als wir uns am Anfang unserer Reise zur Traumverwirklichung vorstellen können. Und letztendlich kommt es ja auch gar nicht darauf an wie viele Träume wir verwirklichen, sondern wie wir uns dabei fühlen.

Bist du schon satt und erfüllt in deinem Leben?

 


 

Alle sagten: das geht nicht.

Dann kam einer, der wusste das nicht

und hat´s gemacht.“

Autor unbekannt

Traumjaeger.net: Sonnenuntergang in der Karibik

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