Metamorphose

Ich habe versprochen von den guten, als auch den schlechten Zeiten zu berichten. Nun gut, momentan schaut die Welt nicht ganz so rosig aus. Ich möchte zu schnell zu viele Veränderungen, dafür aber nichts Altes aufgeben und verzettel mich am Ende mit meinen Ideen und Planungen. 2017 sollte großartig werden, es sollte mein Jahr werden, in dem ich die Ärmel hoch krempel und selber bestimme wo´s lang geht. Doch so langsam kommt Panik in mir auf, denn bald ist ein Viertel des Jahres vergangen, und ich frage mich: wann fängt mein grandioses Jahr endlich an? Wann kommen die großen Durchbrüche, von denen ich die ganze Zeit träume und die ich so sehnsüchtig erwarte? Und warum werde ich das ungute Gefühl nicht los in vollem Tempo auf der Stell zu galoppieren?

Meine Unzufriedenheit über diesen Zustand ging bereits so weit, dass ich mich zu einem Online-Kurs zur Überwindung von Selbst-Manipulation eingeschrieben habe. Ich wollte endlich heraus finden was mich davon ab hält die nächsten Schritte zu tun. Denn ich kenne meine Ziele und ich habe auch Ideen, was ich als nächste Schritte tun könnte – lediglich deren Umsetzung findet nie oder nur äußerst schleppend statt. Die Hürde der Zweifel scheint unüberwindbar und ein ganzes Heer an „Abers“ nimmt mich jedes Mal derart in die Mangel, dass ich schließlich wieder klein bei gebe und meine Mini-Rebellion gegen meine aktuelle Lebensführung auf einen sonnigeren Tag verschiebe. Insgeheim durchaus ahnend, dass kein Tag kommen wird, der mir sonnig genug erscheint.

Sieben Anti-Manipulations-Lektionen später wird mir langsam klarer, wie ich es immer wieder schaffe nicht vorwärts zu kommen und anderen (Umständen, Personen) die Schuld dafür zu geben. Ich halte mich die ganze Zeit auf Trab, immer in Bewegung, immer im Stress und auf dem Sprung. Am Ende des Tages bin ich so erschöpft, dass ich wie ein Stein ins Bett falle und weder Energie noch Zeit übrig habe für die Dinge, die mir wirklich wichtig sind. Ich möchte alles perfekt machen, vergesse dabei aber mit den Dingen zu beginnen, die mir am wichtigsten sind. Ein anderes Problem ist, dass ich alle 5 Lebensträume auf einmal umsetzen möchte. Ich überlege und plane wie ich alles unter einen Hut bekommen könnte und verzweifle schließlich daran wenn mir klar wird, dass meine Vorstellungen nicht mit meinen derzeitigen Verpflichtungen kompatibel sind. Weitere Planungen werden dann mal wieder vertagt.

Noch aufschlussreicher als diese Verhaltensmuster sind jedoch die Glaubenssätze, die ihnen zugrunde liegen. Und da trifft man teilweise auf ziemlich unerfreuliche Wegbegleiter. Wenn man die maskierte Oberfläche des eigenen Selbst abkratzt, zeigt sich eine unschöne Wahrheit, der man lieber nicht zu tief in die Augen blicken möchte. Plötzlich sieht man sich mit all den ungeschminkten Gefühlen wie Kleinheit, Unsicherheit und verschiedenen Ängsten konfrontiert und da wird klar, dass man mit diesem Hintergrund keine großen Sprünge nach vorne erwarten kann. Es gilt also auch eine Menge am eigenen Gefühlsleben zu arbeiten, um die äußere Welt in Ordnung zu bringen. Wie innen, so außen.

 

Ich habe diesen Text vor ein paar Wochen geschrieben, bevor bei mir plötzlich alles drunter und drüber ging und ich nicht mehr dazu kam den Artikel fertig zu stellen. Als ich ihn mir heute wieder durch gelesen habe fiel mir auf, wie sehr sich meine Gedanken, Gefühle und Ängste seit Monaten wie in einem Karussell drehen und sich auch in meinen Texten wiederholen. Keine Frage, ich stecke ganz schön fest. Ich kann nicht zurück, denn gegen dieses Leben habe ich mich bereits entschieden, aber mir fehlt der Mut dazu los zu lassen und den verrückten Sprung ins Ungewisse zu wagen. Ich verschwende meine ganze Zeit und Energie darauf einen Absturz-sicheren Mittelweg zu finden, den es wahrscheinlich nicht gibt. Zu sehr hänge ich an meiner scheinbaren Sicherheit und zu gering ist noch mein Vertrauen ins Leben. Doch mittlerweile ist der point of no return überschritten und jedes weitere Hinauszögern verursacht mehr Schmerzen, als es eine Niederlage könnte.

Wenn ich zurück an meine Zeit in der Uni denke und an meine Qualen vor jeder einzelnen großen Prüfung, bei der ich mir ganz sicher war, dass ich durch fallen werde, weil ich nur meine Schwachpunkte sehen konnte, aber nicht, welches immense Wissen ich bereits in mich hinein geprügelt hatte, dann sind das keine schönen Erinnerungen. Aber trotzdem muss ich ehrlich gestehen, dass die Tage nach den bestandenen Prüfungen die grandiosesten waren, an denen ich mich so lebendig wie sonst nie gefühlt habe. Und nebenbei unglaublich stolz auf mich selbst war. Vielleicht muss man manchmal einfach diese Herausforderungen des Lebens annehmen, die Pobacken zusammen zwicken und mit der Angst springen. Der Aufprall kann hart sein, aber es könnte auch die beste Zeit unseres Lebens werden.

 


Don´t be afraid of the space between your dreams and reality.

If you can dream it, you can make it so.“

Bela Davis

Traumjaeger.net: Mondlandschaft

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