Jetzt!

Die Traumverwirklichung ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Ich habe mir für dieses Jahr viel vor genommen, habe einige Kurse gebucht, die mich meinen Zielen näher bringen sollen und im Alltag beginnt nach dem Arbeitstag erst meine eigentliche Arbeit: Das Üben und Trainieren, Studieren und Lernen. Jede Sekunde des Tages ist ausgefüllt, jeder Moment soll möglichst sinnvoll genutzt werden, wobei oft in der Hast gar nicht klar ist, ob mich das, was ich tue, auch wirklich weiter bringt. Um darüber nach zu denken, fehlen mir in meinem Tatendrang die nötige Ruhe und Zeit.

Ich habe gemerkt wie das alles an meinen Kräften zehrt, wie ich langsam in einen Zustand der Erschöpfung geraten bin und die Verwirklichung meiner Träume zum Kraftakt wurde, anstatt mir Erfüllung zu schenken. Ich kam an den Punkt, an dem ich mich fragte, wohin diese ganze Anstrengung führen wird. Das Leben gegen das ich mich entschieden habe war bereits anstrengend, soll nun auch das Leben, das ich erschaffen möchte, mit einem Gefühl der Anstrengung verbunden sein? Mir wurde klar, dass ich Erfüllung nur finden kann, wenn ich die richtigen Qualitäten in mein Leben ziehe und ich dazu dringend mal eine Pause zum Durchatmen brauchte. Ich musste mich sammeln und wieder auf die richtige Bahn bringen, denn offensichtlich war ich etwas über das Ziel hinaus geschossen. Ich hatte bereits von Leuten gehört, die mutig ihren eigenen Weg bestritten haben und genau auf diesem kurioser Weise in einen Burn-out geraten waren. Es wurde offensichtlich, dass ich im Begriff war auf das gleiche Schicksal zu zu steuern, wenn ich nicht auf die Notbremse drückte. Doch ich steckte bereits so tief in meinem Schaffens-Zwang, dass mir der Kopf schwirrte und ich freiwillig nicht aussteigen konnte.

An diesem Punkt hat das Leben mir glücklicher Weise ordentlich dazwischen gefunkt und mich mit rigorosen Mitteln auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Gerade als ich einfach nicht mehr los lassen konnte, wurde plötzlich meine geliebte Katze schwer krank. Unsere Katze ist Filipes und mein Goldstück und wir waren beide schwer getroffen. Tagelang bangten wir um ihr Leben und alle anderen Sorgen und Wünsche waren plötzlich ganz weit weg. Unser Leben wurde von Tierarztbesuchen bestimmt und das Wichtigste war viel Zeit mit der Miezie zu verbringen, ihr unsere ganze Liebe und Zuwendung zu schenken. Denn wir waren nie sicher, wie lange sie noch bei uns bleiben würde. Heute ist sie noch nicht wieder gesund, aber es geht wieder aufwärts und wir dürfen hoffen.

So schlimm diese Tage auch waren, sie haben mir gründlich den Kopf gewaschen und meinen Blick dafür geschärft, was wirklich wichtig ist im Leben: Das hier und jetzt. Jeden Tag zu genießen, jede Stunde, jede Sekunde. Je mehr ich darüber nach dachte, desto klarer wurde mir, dass ich mit meinen Gedanken zu sehr in der Zukunft hing und dem Jetzt weder Beachtung, noch Wertschätzung entgegen brachte. Das Präsens war für mich ein störendes Hindernis auf dem Weg in meine strahlende Zukunft und am liebsten hätte ich es übersprungen. Doch das wäre ein großer Fehler, denn jeder Moment unseres Lebens möchte aktiv und intensiv gelebt werden. Man darf von einer grandiosen Zukunft träumen, aber wer die Schönheit des Moments nicht erkennt, der wird niemals dort an kommen.

Ich darf mich deshalb fragen welche Lebensqualitäten es sind, die mein Bild vom idealen Leben aus machen. Und mir dann überlegen, wie ich diese Eigenschaften in meinem heutigen Leben integrieren kann. Ich träume zu Beispiel immer von unberührter Natur, meinem Sinnbild für Ruhe, Frieden und Grenzenlosigkeit. Tatsächlich habe ich in den Wochen vor meinem Weckruf aber immer mehr Stress und Aktivität in mein Leben gezogen. Es ist deshalb an der Zeit mir Freiräume zu schenken und mir das zu nehmen, was ich brauche, um glücklich zu sein. Mein Leben soll kein Wettlauf sein. Um das zu ändern muss ich nur aufhören zu rennen. Vielleicht werde ich anfangen regelmäßig zu meditieren, um mehr bei mir selbst zu bleiben und zur Ruhe zu kommen. Denn still zu sitzen ist definitiv nicht meine Stärke. Doch oft sind genau die Dinge, die uns am schwersten fallen, was wir am nötigsten brauchen.

 


Das Leben ist das,

was passiert,

während du fleißig dabei bist ,

andere Pläne zu schmieden.“

John Lennon

Traumjaeger.net: Katze im Fenster

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