Think pink!

Träume zu haben ist schön. In Tagträumen zu schwelgen, sich vorzustellen, wie wunderbar das Leben sein wird, wenn man seine Ziele erreicht hat, ist wunderbar. Doch die Umsetzung der Visionen in der Realität ist manchmal weit von dem entfernt, wie das Endergebnis eines Tages aussehen soll. Auf meinem täglichen Weg der kleinen Schritte zur Erfüllung meiner Träume schieße ich hier und da immer wieder ein klein wenig über meine persönliche Leistungsgrenze hinaus und die Folgen sind Erschöpfung und Frust.

In den letzten Monaten habe ich mich und mein Verhalten eingehend beobachtet und mir ist aufgefallen, dass mein derzeitiges Leben einem ständigen Drahtseilakt zwischen das Leben genießen, Aktivität zur Erfüllung meiner Träume und dem Alltag zum Überleben gleicht. Meine Aufgabe scheint zu sein, dafür zu sorgen, dass keiner der drei Lebensbereiche zu kurz kommt, denn jede Störung dieses empfindlichen Gleichgewichtes hätte negative Folgen: Wer das Leben zu viel genießt, verliert die Erfüllung seiner Träume aus den Augen und der Alltag endet im Chaos. Wer zu viel Aktivität in die Erfüllung seiner Träume steckt, verpasst das eigentliche Leben und verliert seine Sicherheiten. Und wer zu viel in seine alltägliche Sicherheit investiert, der wird nie seine Träume verwirklichen und die wahre Schönheit des Lebens kennen lernen. Die schnellste Form voran zu kommen im Leben scheint somit darin zu bestehen, wie ein Seiltänzer zwischen den Lebensbereichen zu balancieren. Mal den Fokus mehr auf den einen, dann aber auch wieder auf den anderen zu legen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Mein Problem ist immer wieder die Entspannung. Ich liebe den Fortschritt und wenn ich Feuer gefangen habe, bin ich kaum zu bremsen. Aktiv sein, etwas schaffen, weiter kommen, sind Dinge, bei denen ich in meinem Element bin. Stillstand dagegen ist für mich ein Graus. Aber genau den brauche ich, um meine Batterien wieder auf zu laden, um zu reflektieren und zu genießen. Denn was bringt uns all der Fortschritt, wenn wir zu erschöpft sind, um uns an ihm zu erfreuen? Oder uns keine Zeit nehmen, unser Werk zu bestaunen? Ich glaube, wer sich nicht die Freiheit nimmt stolz auf das Geleistete zu sein, der wird nie das Gefühl haben, etwas geschaffen zu haben. Und immer weiter rennen, auch wenn er längst durchs Ziel gelaufen ist.

In den letzten Wochen, die voll gepackt waren mit zahlreichen Aktivitäten, habe ich deshalb angefangen mich zu verwöhnen, wo es nur geht. Leckeres und nährendes Essen zu mir zu nehmen, statt Fast Food. Im Auto eine schöne CD einzulegen und lautstark mitzusingen, statt jede halbe Stunde vom Radio über Donald Trumps neueste Geistesblitze informiert zu werden. Am Abend ein Bad zu nehmen, statt einer schnellen Dusche, oder einen schönen Film anzuschauen, statt die Zeit zur Weiterbildung zu nutzen. Die Devise lautet: Je mehr ich leisten muss, desto mehr gönne ich mir. Schließlich kann Anspannung nur aus einer Entspannung heraus erfolgen, das hat uns bereits die Muskellehre bewiesen. Vielleicht sollten wir uns diese einfache Tatsache bei unserer Tagesgestaltung häufiger vor Augen halten und uns öfter mal erlauben Sachen ganz entspannt auf morgen zu verschieben. Die Welt geht nicht unter, wenn das Bad erst einen Tag später geputzt wird, oder das Abendessen etwas weniger pompös aus fällt. Aber für uns kann sich die gewonnene Entspannung ganz hervorragend anfühlen.

Und noch etwas gilt es zu beachten: Glücklichsein ist eine Entscheidung! Natürlich ist dieser Spruch nicht neu, aber genauso ist es. Wir haben jede Sekunde auf´s Neue die Möglichkeit, die Gegenwart so zu akzeptieren, wie sie sich uns gerade präsentiert und das Beste daraus zu machen, oder mit unserem Schicksal zu hadern. Zu jammern und uns als Opfer der Umstände zu sehen, oder unser Denken und Handeln zu verändern. Offen gestanden ertappe ich mich selbst immer wieder beim Jammern, obwohl ich diese Art der Zeitverschwendung eigentlich schon seit längerem aus meinem Leben zu verbannen versuche. Aber alte Gewohnheiten legt man eben nicht von heute auf morgen vollständig ab und Jammern hat durchaus eine mitreißende Dynamik. Doch es lohnt sich so sehr, den eigenen Schweinehund zu überwinden und die Jammerei bleiben zu lassen. Denn was wir gewinnen, ist unsere Freiheit: Plötzlich sind wir wieder diejenigen, die in unserem Leben bestimmen, wo´s lang geht. Wir müssen uns nicht mehr mit unzufrieden stellenden Umständen abfinden, sondern suchen einfach nach Lösungen. Aus Ideen werden Taten, und auf einmal werden wir merken wie leicht das Leben sein kann und wie einfach es ist gut drauf zu sein. Letztendlich müssen wir uns klar machen, dass wir diejenigen sind, die bestimmen, wer in unserem Leben das Sagen hat: Wir oder die Unzufriedenheit. Es ist alles nur eine Frage der Einstellung.

 


 

Wenn dir die Scheiße bis zum Hals steht,

nimm den Kopf hoch.“

(Sprichwort)

Traumjaeger.net: Great Ocean Road

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