Hochzeitstanz

Ich tanze gerne auf Hochzeiten. Und zwar nicht nur auf einer. Am liebsten tanze ich auf vier bis sechs Hochzeiten. Gleichzeitig, natürlich. Das Leben ist so bunt und hat so viel verschiedenes zu bieten – weshalb sollte ich mich da auf nur eine einzige Sache fest legen?

Nun, es gibt eine beträchtliche Menge von Leuten, die einem genau das raten: Sich zu jeder Zeit nur auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Abgesehen davon, dass diese Leute oft sehr erfolgreich sind im Leben und sich daher mit der Materie auszukennen scheinen, macht das ja auch irgendwie Sinn. Wenn ich daran denke wie der wöchentliche Hausputz bei mir manchmal abläuft – Schlafzimmer halb aufgeräumt, Spülmaschine halb ausgeräumt, Bad zu Hälfte geputzt – könnte ein Bisschen mehr von „eins nach dem anderen“ durchaus nicht schaden. Wahrscheinlich wäre ich dann sogar schneller mit allem fertig, als wenn ich fünf Sachen anfange und alles irgendwie gleichzeitig mache. Im „echten“ Leben würde das schätzungsweise genauso funktionieren, doch frage ich mich, ob ich das überhaupt will. Ich will meine Träume verwirklichen und das nicht erst wenn ich 80 bin, keine Frage. Aber muss in der Traumverwirklichung zwingender maßen alles so effizient wie möglich sein? Ist es nicht auch schön verschiedene Dinge auszuprobieren, auch wenn man sich deshalb mal verzettelt? Und geht es im Leben nicht auch darum die Vielfalt zu genießen, statt mit Scheuklappen auf ein einziges Ziel zu zu rennen?

Ich gebe zu, vielleicht übertreibe ich es ein wenig. Ich möchte innerhalb der nächsten paar Jahre als Pferdetrainerin arbeiten, nach Schweden auswandern und einen eigenen kleinen Pferdehof führen, Schreiben (Blog, Bücher, nichts ist vor mir sicher…), dann natürlich noch Reisen und die Welt erkunden und ganz nebenbei sollte irgendwo auch noch Platz für Beziehung und Nachwuchs sein. Kein Wunder, dass ich da manchmal etwas ins Schleudern gerate. Insofern würde mir etwas mehr zielgerichtetes Vorgehen durchaus gut tun. Das Problem ist nur: Ich will auf nichts verzichten. Mir liegen alle fünf Träume am Herzen und ich möchte keinen davon auf ungewisse Zeit vertagen. Wie schaffe ich es also trotzdem ins Ziel zu kommen?

Tony Robbins sagte mal in einer Talkshow: „Where focus goes, energy flows.“ Es liegt also an uns, unseren Fokus auf die richtigen Dinge zu lenken, uns auf das zu konzentrieren, was wir erreichen wollen. Auf die schönen Ziele und die positiven Attribute, die unser Leben verzieren sollen. Wenn man heraus gefunden hat wo man im Leben hin will, ist es deshalb auch viel leichter dort an zu kommen. Darum habe ich angefangen eine Art Inventur meiner täglichen Handlungen zu machen und mich zu fragen, welche Dinge im Leben ich tue, weil ich es wirklich möchte, und von welchen ich nur denke, dass ich sie tun muss. Natürlich kann ich mich nicht von allen ungewollten Tätigkeiten auf einmal verabschieden, aber es macht mir klarer, was mir wirklich etwas bringt und was nicht. Nach und nach kann ich immer mehr Ballast abwerfen und mehr Zeit und Raum für meine Herzenswünsche schaffen.

Auf der anderen Seite verdeutlicht Tony Robbin´s Aussage auch, dass in meinem Fall – alles auf einmal zu wollen – nur ein Fünftel der Gesamtenergie für jeden Lebenstraum übrig bleibt. Eine ziemlich magere Ausbeute. Aber je länger ich darüber nach gedacht habe, desto deutlicher wurde, dass ich bereits seit einiger Zeit meine Prioritäten gesetzt habe. Schließlich bedeutet die Fokussierung auf eine Sache nicht, dass man alle anderen Träume komplett an den Nagel hängen muss. In den vergangenen Monaten habe ich mich intensiv um das Thema Pferdetraining bemüht und konnte bereits einige Fortschritte vermerken. Bei meinem letzten Reitkurs haben mir die anderen Teilnehmerinnen im Training sogar applaudiert, was mich völlig von den Socken gehauen hat und ich war mächtig stolz auf mein Pferdchen.

In den kommenden Wochen sollen die Pferde weiterhin im Vordergrund stehen, aber ich möchte mich zusätzlich immer mehr dem Schreiben widmen. Und es sind auch ein paar Reisen geplant. Tja, am Ende läuft es eben doch auf einen kleinen wilden Hochzeitstanz hinaus. Mir ist klar, dass ich damit einen Umweg mache, aber den nehme ich gerne in Kauf. Am Ende zählt eben nicht nur das Erreichen der Ziellinie, sondern auch der Weg dahin. Und wenn ich diesen tanzend und lachend gegangen bin, kann ich nicht so viel falsch gemacht haben.

 


 

Love the life you live.

Live the life you love.“

Bob Marley

Traumjaeger.net: Lustiges Kamel

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