Die Suche nach dem Glück

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie schnell das Leben zwischen guten und nicht ganz so guten Phasen wechseln kann. Ein andauernder Wellenritt, der uns mal ganz nach oben an die Spitze bringt und uns einen Hauch von Göttlichkeit um die Nase weht, um dann im nächsten Moment durch ein Tal zu gleiten, das uns die Kehrseite unserer Höhenflügen erforschen lässt. Doch während man sich noch unten wähnt, geht es kaum merklich wieder aufwärts, und plötzlich ist das Leben wieder voller Licht und Freude. Ich denke, es ist Teil unseres Menschseins zu lernen, auch die schwierigeren Zeiten anzunehmen und sie als sinnvolle Ergänzung zu sehen, die uns und unser Leben erst ganz machen. Denn dadurch können wir eine innere Sicherheit entwickeln, dass auf jedes Tief zwangsweise auch ein Hoch folgt, was uns die dunkle Zeiten besser verarbeiten lässt.

Auch mein kleines Tief war plötzlich wieder wie weg geblasen – und statt dessen hat sich eine wichtige Frage in mein Bewusstsein gedrängt: Was ist Glück für mich? So oft habe ich gedacht „wenn ich diesen oder jenen Traum doch bereits verwirklicht hätte, dann wäre ich richtig glücklich!“. Doch stimmt das überhaupt? Macht die Realisierung von Träumen tatsächlich dauerhaft glücklich?

Mir fiel auf, dass alles Glück in meinem Leben abhängig ist von machen. Vielleicht bin ich ja deshalb ständig in Bewegung, weil ich meinem Glück immer nacheile. Es gibt viele Dinge, die mich glücklich machen, aber ich muss immer etwas dafür tun. Und komme so natürlich nie zur Ruhe. Ich musste mir eingestehen, dass es wohl auch ein Trugschluss wäre zu glauben, dass die bloße Traumverwirklichung dauerhaftes Glück bringen kann. Denn auch sie ist mit machen verbunden und wenn man schließlich am Ziel angekommen ist, gibt es nichts mehr zu tun. Wir Menschen sind ja nun mal so gestrickt, dass wir gerne laufen möchten, wenn wir stehen, und stehen wollen, wenn wir laufen. Ein entspanntes Zurücklehnen und Genießen des Triumphs wäre deshalb nicht von langer Dauer, weil wir bald wieder etwas anderes wollten.

Ich begann also den Gedanken auszuprobieren, statt mich glücklich machen zu wollen, einfach mal glücklich zu sein. So ein kleiner Unterschied mit so einer großen Wirkung! Die Vorstellung einfach so glücklich sein zu können, ohne sich dafür großartig anstrengen zu müssen, war eine wahre Befreiung. Seitdem frage ich mich jeden Morgen: Wo ist das Glück in mir? Wo ist die Freude? So doof es klingt, aber es funktioniert wirklich. Ich fühle mich sofort beschwingter, schwereloser, lebensfroher. Und wenn das Glück mal nicht gefunden werden möchte, und statt dessen ein anderes Gefühl zum Vorschein kommt, ist das auch ok. Es geht schließlich nicht darum, andauernd nur noch mit einem verklärten Blick Schmetterlingen nachzujagen. Es geht darum das anzunehmen, was gerade da ist, und sich immer wieder daran zu erinnern, dass man selbst die Wahl hat glücklich zu sein, oder eben nicht. Kleine Fragen wie die nach dem Glück in uns selbst, können uns den nötigen Impuls geben, um uns für ein Leben in Fülle zu entscheiden.

Letztendlich glaube ich aber, dass wir auf Dauer ein ausgewogenes Verhältnis von glücklich machen und glücklich sein brauchen. Wer nie etwas für sein Glück tut, wird vielleicht an den Punkt kommen, wo das bloßen sein nicht mehr ausreicht. Für Leute wie mich dagegen, die vor lauter machen das sein vergessen, tut es gut mal tief durch zu atmen und sich daran zu erinnern, dass man bereits alles Glück in sich trägt. Man muss sich dessen nur bewusst werden.

Eine weitere sehr interessante Frage in diesem Zusammenhang ist die, woher wir unser Glück ziehen. Was macht dich glücklich? Mir fallen auf Anhieb natürlich wieder lauter Aktivitäten ein. Wenn ich einen Ritt in Harmonie mit meinem Pferd hatte, wenn ich einen schönen Tag mit Filipe verbringen konnte, wenn ich einen Artikel geschrieben habe, der mir gut gefällt, etc. Letztendlich mache ich mich aber mit all diesen Dingen abhängig von etwas oder jemandem. Wenn mein Pferd einen schlechten Tag hat, bin ich unglücklich, wenn ich mit Filipe gestritten habe, bin ich unglücklich. Und wenn mir nichts zum Schreiben einfällt, oder ich den Artikel am nächsten Tag zähneknirschend löschen muss, zieht mich das ebenfalls runter. Ich glaube, genau deshalb ist diese Frage auch so wichtig. Woher kann ich mein Glück ziehen, ohne mich in eine Abhängigkeit zu begeben?

Und da schließt sich der Kreis wieder: letztendlich ist das beständigste Glück eben das, das wir in uns selbst finden. Das Gefühl purer Lebensfreude, das in uns schlummert und nur darauf wartet uns glücklich zu machen. Vielleicht müssen wir einfach nur öfter in uns gehen und nach ihm suchen. Es bewusst heraus locken, und kommen so einem Leben in Fülle bereits ein ganzes Stück näher.

 


Glück ist die Fähigkeit,

es zu erkennen.“

Carolyn Wells

TRAUMjaeger.net: Schwedisches Haus mit Baum

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3 Antworten zu Die Suche nach dem Glück

  1. Myriam schreibt:

    Liebe Greta,

    ein toller, inspirierender Artikel, vielen Dank dafür! 🙂 Ich habe mal ein sehr tolles Buch zum Thema gelesen, dass ich aus vollem Herzen empfehlen kann, „Ins Glück stolpern“ (stumbeling on happines) von Daniel Gilbert. Darin geht es ziemlich genau um die Gedankengänge, die du hier beschreibst. Ich fand das damals sehr inspirierend!

    Liebe Grüße,
    Myriam

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    • traumjaegersite schreibt:

      Liebe Myriam,
      vielen Dank für dein Feedback 🙂 Ich freue mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat und werde mir auf jeden Fall den empfohlenen Buchtitel ansehen. Von guten, inspirierenden Büchern kann man eben nie genug haben 😉
      Viele Grüße,
      Greta

      Gefällt 1 Person

  2. Miguel Baumgartner schreibt:

    Dear Greta,
    Thank you for sharing with us such a wonderful article and with such a great source of inspiration. Looking forward to the next one.
    Regards,
    Miguel Baumgartner

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