Jahresrückblick

„31.12.2018: Voller Erstaunen blicke ich auf das vergangene Jahr zurück. Erstaunen einerseits, dass es nun fast schon wieder vorüber ist, wo es doch gefühlt erst gestern begonnen hat, und andererseits über die Fülle an inneren und äußeren Veränderungen, die dieses ereignisreiche Jahr mit sich gebracht hat. Nach einem durchwachsenen und lehrreichen Jahr 2017, das die Basis gefestigt und Weichen gestellt hat, konnte ich 2018 abenteuerlustig und mit einem positiven Mindset bestreiten.

Der Januar begann mit einer ersten kleinen Herausforderung: Einen Monat ohne Zucker und Alkohol. Gar nicht so einfach, vor allem nach all den Schlemmereien zu Weihnachten und Sylvester. Aber ich wollte meinem Leben in allen Bereichen eine positive Wendung geben, und dazu gehört eben auch meinen Körper, der jeden Tag so viel für mich leistet, mit gesunden und nährreichen Nahrungsmitteln zu unterstützen. Als Einstieg dazu hatte ich mich für die 40-Tage Zuckerfrei-Challenge von Hannah Frey entschieden – mit dem Ziel auch danach meine Ernährung langfristig bewusster und gesünder zu gestalten.

Zu Beginn des Jahres habe ich außerdem angefangen unsere Wohnung auszumisten. Nach und nach wurde jedes Zimmer durchforstet und alles, für das ich keine Verwendung mehr hatte, flog raus. Es war wunderbar sich von den vielen ausgedienten Dingen zu befreien und Platz zu schaffen – Platz für Neues, aber vielleicht auch einfach nur mehr Raum, der nicht gefüllt werden muss. Weniger Dinge zu besitzen bedeutet auch weniger Ballast mit sich herum zu schleppen.

Neben meiner neuen Arbeitsstelle habe ich außerdem endlich mein Vorhaben in die Tat umgesetzt und begonnen, andere Menschen darin zu unterstützen, eine bessere Beziehung mit ihrem Pferd aufzubauen. Ich musste dazu herausfinden, was genau jedem Pferd-Mensch-Paar fehlt und wie ich dem Menschen das Wesentliche so vermittle, dass er es auch wirklich verstehen und umsetzen kann. Letztendlich ist es mein Ziel, meine Schüler dahin zu bringen, dass sie sich ihre Fragen selbst beantworten und sich selbst helfen können. Denn im Training mit Pferden wird man immer wieder auf neue Herausforderungen stoßen – die Lösung ist manchmal aber gar nicht so schwer, wenn man weiß, wie man sich einem Problem annähert.

Ziemlich schnell habe ich festgestellt, dass ich dazu mein eigenes Konzept konkretisieren und vor allem strukturieren muss. Das ganze Wissen so aufbereiten, dass ich es in einer verständlichen und sinnvollen Reihenfolge wiedergeben kann. Es waren viele Stunden, die ich dazu vor PC und Büchern verbracht habe, doch es hat sich gelohnt. Ich konnte ein sicheres Fundament für meine Arbeit schaffen und damit die Grundlage für einen qualitativ hochwertigen Unterricht legen.

Um einen weiteren Ansporn zu haben, meine ganzen guten Vorsätze für 2018 (wie zu Beispiel Ausmisten, Zuckerfrei essen, etc.) auch (langfristig) durch zu halten, habe ich begonnen mich für jede gute Tat mit Selbstliebe-Punkten zu belohnen. So schrieb ich mir für alle Dinge, die ich mir zuliebe getan habe, Punkte auf meinem imaginären Konto gut. Zum Beispiel erhielt ich 50 Punkte für jedes Zimmer, das ich ausgemistet habe. Oder auch mehr, wenn es ein Chaos-Zimmer war. Bei 1000 erreichten Punkten gönnte ich mir dann etwas – eine Massage, ein Abendessen in meinem Lieblingsrestaurant, ein neues Kleid… So wurde die Überwindung des inneren Schweinehunds zu einem täglichen lustigen kleinen Spiel mit mir selbst.

Interessant war, dass sich durch meine positivere Lebenseinstellung – ein Resultat davon, dass ich 2018 endlich aktiv begonnen habe, mein Leben selbst zu gestalten – auch alle Beziehungen in meinem Leben deutlich an Qualität dazu gewonnen haben. Das Zusammenleben mit Filipe wurde immer harmonischer und erfüllender, neue Freundschaften zu schließen wurde spielerischer und bereits bestehende Freundschaften inniger. Selbst innerhalb der Familie war es einfacher, bestehende Verhaltensmuster zu durchbrechen und altbekannte Situationen neu zu lösen. Ich hatte mir am Anfang des Jahres fest vor genommen, der Negativität (Gefühle, Gedanken, Worte, Handlungen…) in meinem Leben keine Beachtung mehr zu schenken und sicherlich hat dieser Entschluss auch noch seinen Beitrag zu dieser positiven Entwicklung geleistet.

Auch im Training mit meinem geliebten Pferd Gin bin ich ein großes Stück weiter gekommen. Vor allem dadurch, dass ich immer mehr dazu über gegangen bin, die Konzepte herkömmlicher Reiterei abzulegen und mich darauf zu verlassen, was mein Pferd mir sagt. Letztendlich sind für mich die schönsten Momente im Pferdtraining die der größten Harmonie zwischen mir und meinem Vierbeiner. Um diese Harmonie zu erreichen muss man sich in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise Pferdepsychologie und Biomechanik gut auskennen, aber man muss eben auch lernen, sich auf sein Pferd einzulassen und ihm zuzuhören. Nur dann können ein Dialog und echte Freundschaft entstehen. Und an diesem Punkt ist es dann auch gar nicht mehr so wichtig, ob eine Lektion perfekt klappt oder nicht.

Anfang Februar ging dann endlich das Abenteuer B&B in Portugal weiter. Filipe und ich sind wieder einige Tage hin geflogen, um weiter nach unserem Traumhaus zu suchen. Wir mussten fest stellen, dass wir mit unserer Idee eines B&B mit Pferden in Portugal nicht alleine waren und es nicht nur viel Konkurrenz gab, sondern auch die Immobilienpreise in den letzten Jahren aufgrund der erhöhten Nachfrage enorm gestiegen sind. Die meisten erschwinglichen Bauernhöfe waren total herunter gekommen, sodass eine Renovierung zu kostenintensiv gewesen wäre. Wir dachten sogar schon darüber nach, einfach nur ein Stück Land zu kaufen und selbst zu bauen – was aber natürlich mit einem erheblich größeren Arbeits- und Zeitaufwand verbunden gewesen wäre. Aber dann hatten wir Glück…

…Jetzt sitze ich heute, am letzten Tag des Jahres 2018, hier auf der Veranda unseres Bauernhofes und kann immer noch gar nicht richtig glauben, dass sich unser Traum am Ende doch noch erfüllt hat. Mir ist klar, dass eine riesige Menge an Arbeit vor uns liegt und wir auch weiterhin mit vielen Stolpersteinen auf unserem Weg zu kämpfen haben werden. Es muss noch so viel renoviert und organisiert werden, dass mir der Kopf schwirrt, wenn ich daran denke. Aber alleine die Tatsache, an diesem milden Dezembertag hier draußen sitzen zu können und meinen geliebten Pferden beim Dösen zuzusehen, während Filipe irgendwo im Haus herum werkelt, erfüllt mich mit einer tiefen Freude und Dankbarkeit. Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber es ist das Leben, das wir uns so sehr gewünscht haben: Jeden Tag gemeinsam verbringen zu können, an einem wunderschönen und friedlichen Ort in der Natur, zusammen mit unseren geliebten Tieren.“

 


 

„Dunkelheit verscheucht man durch Licht,

Kälte durch Hitze,

negative Gedanken aber schaltet man am wirksamsten durch positives Denken aus.

Behaupten Sie nachdrücklich das Gute,

und das Böse wird verschwinden.“

Dr. Joseph Murphy

Traumjaeger.net: Sylvester

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2 Antworten zu Jahresrückblick

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