Im Anfang ist bereits das Ganze enthalten

Wie eine Rakete ist 2018 los geschossen und ich befinde mich mitten drin, tanze Tango mit guten Vorsätzen, neu gewonnenen Freiheiten und Veränderungen. Dieser Jahreswechsel hatte es in sich, denn quasi über Nacht wurde mein Leben einmal kräftig durchgeschüttelt und jetzt bin ich dabei alles neu zu justieren. Mit neuen Aufgaben fielen plötzlich auch alte Routinen weg. Die alte Greta ist im Jahr 2017 zurück geblieben – jetzt muss ich erst einmal meine künftige Rolle zwischen all diesen Veränderungen finden, muss mich ein Stück weit selbst neu erfinden.

Ein bisschen melodramatisch hatte ich das Ganze ja schon inszeniert – zum Jahreswechsel einen Jobwechsel und gleichzeitig einen ganzen Sack voller Pläne und guter Vorsätze. 2018 soll allem voran eines werden: Anders. Nachdem ich 2017 mit dem Wollen von Veränderungen zugebracht habe, sollen in 2018 nun endlich die sehnsüchtig erwarteten Taten folgen. Denn etwas nur verändern zu wollen reicht eben nicht – wenn man eine Veränderung wirklich will, muss man es auch tun.

Und so begann 2018 damit, dass auf einmal alles anders war: Ich muss nicht mehr jede Woche verreisen, sondern kann jede einzelne Nacht in meinem eigenen Bett einschlafen und Filipes Schnarchkonzert lauschen. Ich kann jeden Tag bei meinem Pferdchen Gin vorbei fahren, ihn bespaßen, oder einfach nur ein Karöttchen und ein Küsschen geben. Ich muss nicht mehr Woche für Woche hunderte von Kilometern mit dem Auto abfahren und mich fragen, ob ich einen Taxifahrer mit meiner Kilometerzahl neidisch machen würde. Und etwas, was ich gefühlt noch nie hatte, und die wohl größte und schönste Veränderung von allen darstellt: Ich habe plötzlich Zeit. Mein Alltag gleicht auf einmal nicht mehr einem Spießroutenlauf, sondern ich darf mich morgens immer öfter fragen, was ich heute machen werde, um meinem Leben die Richtung zu geben, die ich mir wünsche. Klingt nach Urlaub? Ja, ein bisschen fühlt es sich tatsächlich danach an. Ich habe natürlich weiterhin Verpflichtungen, denn irgendwie muss man ja seine Rechnungen bezahlen. Aber im Vergleich dazu, wie es vorher war, fühlt sich die Arbeit jetzt tatsächlich eher wie ein Spaziergang an.

Natürlich haben all diese wunderbaren Veränderungen auch einen Preis – nämlich den, dass ich jetzt etwas weniger verdiene als zuvor. Niemand gibt gerne seinen Komfort auf, an den man sich schon so schön gewöhnt hat. Tatsächlich hatte ich – bereits bevor 2018 überhaupt gestartet ist – immer wieder kleine „Angstanfälle“, in denen ich fürchtete, dass ich finanziell nicht über die Runden kommen würde. Ich dachte in diesen Momenten darüber nach, mir schnell noch einen Nebenverdienst zu suchen, um mich abzusichern. Doch damit hätte ich eben auch wieder Zeit in Verpflichtungen investieren und die Freiheit aufgeben müssen, auf die ich mich so sehr freute. Das Ganze lief letztlich auf eine einzige Frage hinaus: Entscheide ich mich in meinem Leben für die Angst, oder die Liebe? (wobei Liebe hier für das Gegenteil von Angst steht)

Ich dachte darüber nach, wie ich mir mein künftiges Leben vor stellte: Das Leben meiner Träume sollte strahlen und Leichtigkeit, Freude, Verbundenheit ausdrücken. Ich dachte daran, dass der 01.01.2018 der perfekte Beginn für dieses Leben wäre – ein Startschuss mit Feuerwerk, ab dem alles besser werden würde. Und ich fragte mich, wie ich wohl denken würde, wenn ich bereits die Person wäre, die ihr Traumleben lebt: Sie würde sich ihr Leben nicht von der Angst diktieren lassen. Sie hätte verstanden, dass nur erhabene Gedanken Großes vollbringen können und sich Kleinheit nicht auszahlt. Und dann konnte ich meine Existenzängste hinter mir lassen und mein neues Leben auf mich zu kommen lassen. Ich konnte anfangen darauf zu vertrauen, dass die richtigen Dinge geschehen werden und dass es zur rechten Zeit immer eine Lösung geben wird. Das heißt nicht, dass ich vor allem, was nicht in meine Vorstellungen passt, die Augen verschließen werde, sondern, dass ich wach und offen nach vorne gehen will und einer Veränderung überhaupt die Chance geben möchte zu geschehen. Warum jetzt aus einer Kurzschlusshandlung heraus handeln, wo ich doch noch gar nicht weiß, ob es wirklich eng werden wird? Vielleicht geht es ja auch so, und wenn nicht, wird es auch in ein paar Wochen noch nicht zu spät sein mir einen Nebenerwerb zu suchen.

„Im Anfang ist bereits das Ganze enthalten.“ Vor ein paar Jahren ist mir dieser Spruch über den Weg gelaufen und mir jetzt wieder eingefallen. Genau deshalb ist es so wichtig, etwas nicht einfach irgendwie zu beginnen, sondern es aus den richtigen Motiven und einer positiven Einstellung heraus zu tun. Ich habe mich bemüht allen Veränderungen und Herausforderungen des neuen Jahres mutig und zuversichtlich entgegen zu treten – denn ich weiß, dass das hier alles gerade ein Kinderspielplatz ist, verglichen mit dem, wo ich hin will. Hier kann ich üben die richtigen Gedanken zu denken und die richtigen Entscheidungen zu treffen, ohne allzu viel zu riskieren. Und wenn Filipe und ich unseren Traum vom B&B mit Pferden in Portugal dieses Jahr umsetzen können, so werde ich diese Übung recht gut gebrauchen können. Denn dann werden die Anforderungen und Risiken einer anderen Dimension entsprechen. Aber zum Glück wächst eben nicht nur die Leber mit ihren Aufgaben…

Und wie geht es jetzt weiter? Ich nutze die Zeit, die ich plötzlich zur freien Verfügung habe, dazu, mich endlich intensiv meinen Herzensprojekten zu widmen: Meine Karriere als Pferdetrainerin in Gang zu bringen, unser Projekt vom Auswandern voran zu treiben und hoffentlich endlich mal regelmäßig zu schreiben. Das Leben ist einfach zu kurz, um es mit Dingen zuzubringen, die uns nicht erfüllen. Huch, ich glaube, dieser Satz steht mittlerweile in fast jedem meiner Blogbeiträge. Aber er ist eben auch so wahr. Die 24 h eines Tages sind in Windeseile verflogen und plötzlich ist schon wieder eine ganze Woche rum. Wir dürfen uns deshalb täglich an die eigene Nase fassen und uns fragen: Was ist es, das mein Leben jetzt wirklich voran bringen würde? Was kann ich jetzt tun, um etwas zum besseren zu verändern? Meistens sind das keine großen Sachen, sondern banale Dinge, die wir trotz (oder wegen?) ihrer Bedeutung für uns immer vor uns her schieben. Vielleicht, weil uns irgendwann mal eingetrichtert wurde, dass alles andere wichtiger ist, als wir selbst und uns dieser Gedanke so in Fleisch und Blut über gegangen ist, dass wir danach handeln, ohne uns dessen bewusst zu werden. Aber damit ist jetzt Schluss, denn wir haben erkannt, dass es in unserem Leben nichts Wichtigeres gibt, als wir selbst. Jetzt ist 2018 und jetzt ist und wird alles besser.

Meine erste „Amtshandlung“ im neuen Jahr war, mir selbst neue Gewohnheiten anzutrainieren. Ein paar Kleinigkeiten, die nicht viel mehr von mir abverlangen, als täglich meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Dazu gehören z. B. morgens den Wecker früher zu stellen, um Zeit zu haben langsam wach zu werden und an etwas Schönes zu denken, anstatt mich murrend aus dem Bett zu quälen. Mich unter der Dusche mit ein paar Sekunden kalten Wassers restlos aufzuwecken (wobei ein paar Sekunden je nach Tagesverfassung auch sehr kurz ausfallen können 😉 ), und mir anschließend sogar noch ein kleines Frühstück zu gönnen, bevor ich aus dem Haus gehe. So banal das auch klingen mag – es funktioniert wirklich. Ich fühle mich frischer, fröhlicher und aktiver, wenn ich in den Tag starte. Und wenn man dem Gedanken Glauben schenken möchte, dass im Anfang bereits das Ganze enthalten ist – was könnte es da lohnenswerteres geben, als sich jeden Morgen des Tages etwas Gutes zu tun?


„ Am Ende eines Wunsches erwartet uns nicht Glück,

sondern die Gewissheit, dass wir Träume erfüllen können.“

Fabian Ries

Traumjaeger.net: Seifenblasen

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