Hardcore

Seitdem ich jeden Tag mit unseren 8 Pferden trainieren darf, um sie für unsere Reitschüler und Reitgäste fit zu machen, habe ich wohl so viel über Pferdetraining gelernt wie nie zuvor. Jedes unserer Pferde hat einen ganz eigenen Charakter und vom Sensibelchen bis zum Rotzlöffel ist so ziemlich alles vertreten. Es gab Zeiten, da verfluchte ich, dass wir keine unbegrenzten finanziellen Ressourcen zur Verfügung hatten und uns dementsprechend keine Eliterösser leisten konnten. Aber wäre nicht jedes unserer Pferde ein kleines Projekt für sich, hätte ich mit Sicherheit nicht so schnell so viel lernen können.

Am Anfang war ich oft ganz schön frustriert, denn von Kooperation und Freude an der Arbeit war bei den Pferden absolut nichts zu spüren. Ich verfluchte nicht selten sämtliche Binsenweisheiten, die über Pferdetraining kursieren und lernte ziemlich schnell, dass es zwischen Theorie und Praxis eine ziemlich große Kluft geben kann. Obwohl ich schon so viele Jahre über immer wieder mit verschiedenen Pferden arbeiten durfte, fühlte ich mich wie ein absoluter Anfänger und nichts von dem, was ich glaubte zu wissen und zu können, schien zu funktionieren. Ich hatte einfach immer das Gefühl nicht wirklich zu den Pferden durchzudringen und somit war ein unglaublicher Aufwand für jeden kleinen Fortschritt nötig.

Erst als ich es schaffte das Pferdetraining lockerer zu sehen und mit mehr Leichtigkeit anzugehen, erinnerte ich mich an einen Satz, den ich mal gehört habe: „Pferde wollen sich gut fühlen.“ Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Anstatt den Pferden ewig das einzuhämmern, was sie meiner Meinung nach lernen sollten, versuchte ich mit ihnen einfach nur ein bisschen Spaß zu haben. Es kam dabei nicht auf Perfektion an und schon gar nicht auf eine schöne Haltung. In dem Moment ging es nur darum den Pferden klar zu machen, dass ich keine spießige Langweilerin war. Und tatsächlich, nach nur einem einzigen reinen Spaßtraining konnte ich bereits anfangen zwischendurch kleine Fragen zu stellen und den Spaß mit dem Training langsam wieder zu verbinden. Was jedoch blieb, war die Freude an der gemeinsamen Zeit.

„Das Gefühl ist die Sprache der Seele.“

Neale Donald Walsh

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